Aragonien

Aragonien - auf spanisch und aragonisch: Aragon - ist eine autonome Gemeinschaft im Nordosten Spaniens. Im Norden grenzt Aragonien in den Pyrenäen an Frankreich. Namensgeber ist der Fluss Aragón, ein knapp 200 km langer Nebenfluss des Ebro. Aragonien gehört zu den am dünnsten besiedelten Gebieten Spaniens, was auch auf die bergige Geographie zurückzuführen ist. Im Norden prägen die Höhen der Pyrenäen das Bild, hier herrschen gute Voraussetzungen für Wintersport. Die Ebene in der Mitte Aragoniens wird vom Ebro beherrscht, im Süden erhebt sich das iberische Randgebirge mit Gipfellagen bis über 2300 m.

Wanderer finden Strecken von unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Naturfreunde werden sich auf die vier Naturparks und das Biosphärenreservat konzentrieren. Die Beobachtung von Bären, Adlern, Gämsen oder Murmeltieren ist möglich. Mit dem Salzwassersee "Laguna de Gallocanta" hat Aragonien ein bedeutendes Feuchtbiotop, das vielen Zugvögeln als Zwischenstation dient. Die Hauptstadt Aragoniens ist Saragossa (spanisch und aragonisch: Zaragoza), das zugleich Verwaltungsort der gleichnamigen Provinz ist. Mehr als die Hälfte der Einwohner Aragoniens leben hier. Die beiden anderen Provinzen Aragoniens werden von den wesentlich kleineren Städten Huesca und Teruel aus verwaltet.

Besonders für Kulturtouristen stellt Aragonien ein lohnendes Ziel dar. Römer, Westgoten und Mauren haben ihre Spuren hinterlassen. Aber das Gebiet war schon in der Steinzeit besiedelt, wie zahlreiche Fundstätten belegen. Saragossa hat im Aljafería-Palast ein einmaliges Beispiel maurischer Baukunst. Wahrzeichen der aragonesischen Hauptstadt ist die "Basilica del Pilar", eine der Gottesmutter geweihte barocke Kircke. In ihrem Inneren wird eine Säule gezeigt, auf der Maria erschienen sein soll.

Der Blick von anderen Ebroufer auf die von Türmen überragte Basilika ist großartig. Die Kathedrale in Jaca ist ebenso wie eine Kirche in Huesca Zeugnis romanischer Baukunst. Der Mudéjarstil entstand aus einer Vermischung arabischer und christlicher Elemente. Er lässt sich in Teruel besonders gut studieren. Zahlreiche Burgen wie in Loarre und Borja führen den Besucher zurück in das Mittelalter.