Balearen

Die Balearen oder Balearischen Inseln (spanisch: islas Baleares) bilden eine Inselgruppe im westlichen Mittelmeer. Sie gehören zu Spanien und bilden eine Autonome Gemeinschaft. Amtsstprachen sind Spanisch und Katalanisch, daneben gibt es auf den Inseln spezifische Ausprägungen dieser Amtssprachen wie Mallorquinisch, Menorquinisch oder Ibizenkisch. Von den etwa 150 Inseln sind nur fünf bewohnt. Dies sind neben Mallorca, Menorca und dem kleineren Cabrera die entfernter liegenden Inseln Ibiza und Formentera, die streng genommen zu den Pityusen gehören. Größte Insel ist Mallorca, die beiden unbewohnten Felsinseln Dragonera und Pantaleu stehen unter Naturschutz.

Die Balearen sind neben der spanischen Festlandsküste seit Jahrzehnten ein Zentrum des europäischen Tourismus. Mallorca hat sich dabei einen Ruf als Zielort sonnenhungriger Urlaubermassen erworben, der dem Charme und den vielfältigen Möglichkeiten, die diese Insel bietet, kaum gerecht wird. Hauptstadt ist die bevölkerungsreichste Stadt der Inselgruppe, Palma de Mallorca.

Der Name der Balearen verweist auf die Geschicklichkeit in der Nutzung der Schleuder, für die die einstigen Bewohner berühmt waren und die sie als Söldner sowohl in phönizischen wie in römischen Diensten einsetzten. Die ersten Spuren menschlicher Besiedelung stammen aus dem 4. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung. Phönzier, Römer, Vandalen, Ostrom, Italiener und Mauren wechselten sich als Herren ab, bis die Inseln unter spanische Herrschaft kamen.

Palma de Mallorca besitzt neben der Kathedrale La Seo, die wie ein riesiger Sphinx über dem Hafen thront, mit einem sehenswerten Palast, der Kirche St. Franziskus und der Belver Burg weitere Sehenswürdigkeiten. In Sóller kann sich der Besucher am eleganten und malerisch gelegenen Gesamtbild der Stadt erfreuen, sehenswert ist die Kirche Sant Bartomeu, die auf den Grundmauern einer Moschee erbaut wurde. Der alte Teil von Ibiza-Stadt wurde 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Die massigen Wehrmauern aus maurischer Zeit prägen auch heute noch das Bild. Das örtliche Museum zeigt Fundstücke aus der phönizischen Nekropole westlich der Altstadt.

Neben den Kanarischen Inseln gelten die Balearen seit langem  als eines der Zentren des deutschprachigen Tourismus in Spanien. Vor allem Mallorca wurde zu einem Hauptziel des  Bililg- und Massentourismus. Allzu bekannt sind die Bilder vom ausschweifenden Parties am so genannten "Ballermann" in Mallorca oder Postkarten, die die Insel Formentera als einen Vorort von Düsseldorf darstellen. Doch zum Glück haben die Balearen viel mehr. zu bieten als das. Vor allem das Inselinnere von Mallorca und Ibiza hat mittlerweile völlig zurecht ein ganz anderes Image, und zieht eine andere Art von Besuchern an: Naturverbundene Besucher, die länger bleiben und Wert auf Ruhe und Abgeschiedenheit legen. Statt selbst zu bauen, erwerben sie oft eine der kleinen traditionellen Fincas im Landesinneren. Dabei wird oft das traditonelle Äussere weitgehend belassen und lediglich das Innere der Gebäude unter Verwendung von ökologisch einwandfreien Baustoffen wie Bambusparkett & Landhausdielen an moderne Wohnmasstäbe angepasst. Das Ergebnis ist ein harmonisches Landschaftbild und ein atmosphärisch völlig anderes Mallorca, als das Strandgetümmel der Postkarten vermuten lässt. Zu den Vorteilen für Menschen, die diese andere Form des Mallorca Tourimus praktizieren, gehören unter anderem auch die ausgezeichteten Flugverbindungen in die Heimat.