Galicien

Galicien - auf keinen Fall zu verwechseln mit der osteuropäischen Landschaft Galizien und der österreichischen Gemeinde Gallizien - ist eine Region bzw. so genannte autonome Gemeinschaft im spanischen Nordwesten. Galicien berührt im Westen den Atlantik und im Norden das kantabrische Meer. Im Süden liegt Portugal und nur im Osten grenzt das Land an die spanischen autonomen Gemeinschaften Asturien und Kastilien-Leon.

Hauptstadt Galiciens ist Santiago de Compostela, die vier Provinzen werden von La Coruña (heute eigentlich  "A Coruna") Lugo, Ourense und Pontevedra aus verwaltet. La Coruña hat mit dem Herkulesturm, einem Leuchtturm aus römischer Zeit, eine Sehenswürdigkeit. Die Nähe zu Portugal spiegelt sich auch in der Sprache wieder: Das Galicische, neben dem Spanischen zweite Amtssprache - weist eine starke Verwandtschaft zum Portugiesischen auf.

Liebhaber dramatischer Küstenlandschaften finden in Galicien alles, was ihr Herz begeht - von Sandstränden bis zu schroffen Klippen, an denen sich die Wellen tosend brechen. Eine landschaftliche Besonderheit sind die "Rias", die an norwegische Fjorde erinnen. Allerdings sind diese Flussmündungen in Trichterform weniger tief als ihre nordeuropäischen Gegenstücke. Für die Menschen des Mittelalter endete die Welt am galicischen Kap Finisterre.

Das Klima wird vom Atlantik bestimmt, es ist mild, aber regenreich. Die Landschaft wird von Hügeln und Bergen geprägt, es gibt weitläufige Waldgebiete, teils finden sich große Anpflanzungen von Eukalyptusbäumen. Die räumliche Abgeschiedenheit führte zu einer wirtschaftlichen Rückständigkeit, dennoch war Galicien während des gesamten europäischen Mittelalters ein religiöser Hauptanziehungspunkt für Pilger aus aller Herren Länder.

Santiago de Compostela war neben Rom und Jerusalem das wichtigste Pilgerziel. Der Jakobsweg hat in den letzten Jahren eine Neubelebung erfahren, man kann also von einer ungebrochenen Tradition der Pilgerschaft über viele Jahrhunderte sprechen. Santiago de Compostela ist nicht nur unter architektonischen oder kunsthistorischen Gesichtspunkten ein Juwel. Es konfrontiert den Besucher auch auf ungewohnte Weise mit seinen abendländischen kulturellen Wurzeln. Daneben ist Santiago nicht nur fromm sondern auch  unterhaltsam.

Auf keinen Fall auslassen sollte man einen Besuch der Kathedrale von Santiago de Compostela, die nach einer uralten und von Papst anerkannten Überlieferung das Grab des Apostels Jakobus beherrbergt. Einer Taufe in der Kathedrale beizuwohnen ist ein Erlebnis für sich. Der üppige Blumenschmuck, die vielen kunstfertigen galicischen Taufkerzen und das anschliessenden traditionellen Gesänge und Tänze begeistern auch nicht religöse Besucher.