Katalonien

Katalonien besitzt innerhalb Spaniens eine sprachliche und kulturelle Eigenart, die sich auch immer wieder in der Politik widerspiegelt. Anfang Dezember 2009 machte das neue Autonomiestatut Schlagzeilen, weil die dort genutzten Formulierungen von einer katalanischen "Nation" mit eigenen nationalen Symbolen vor dem spanischen Verfassungsgericht zur Beurteilung anstanden.

Historisch gesehen fühlen sich die Katalanen als unterdrückte Gruppe seit ihnen Philipp V. als Strafe für ihre Widerspenstigkeit sämtliche Privilegien strich. Unter Franco wurde das aufsässige Katalonien starkem Druck ausgesetzt, eine Tatsache, deren Nachbeben bis heute zu spüren sind. Die Hauptstadt der autonomen Region ist Barcelona, die untergeordneten Hauptstädte der Provinzen sind Girona, Lleida und Tarragona.

Katalonien empfängt den Besucher mit vielen verschiedenen Landschaften, wobei die Mittelmeerküste den Hauptanziehungspunkt darstellt. Das Delta des Ebro ist ein in Europa einmaliger Naturraum und bietet außergewöhnliche Möglichkeiten für Vogelbeobachtungen. Die katalanischen Pyrenäen erheben sich bis zu einer Höhe von mehr als 3000 Meter. Im Sommer finden Wanderer oder Mountainbiker hier attraktive Reviere, während in der kalten Jahreszeit die Wintersportler an der Reihe sind.

Größter touristischer Anziehungspunkt ist in jedem Fall Barcelona. Die katalanische Hauptstadt gilt zu Recht als einer der Hauptorte des europäischen Jugendstils. Die Kathedrale "Sagrada Familia" von Antonio Gaudi und seine anderen Werke zeigen eine sehr individuelle und faszinierende Interpretation von Architektur. Der Schriftsteller Carlos Ruiz Zafón nutzt seine Geburtsstadt als Hintergrund seiner erfolgreichen Romane und beweist, dass Intrige, Geheimnis, das Abgründige in Barcelona ebenso ihren Platz finden wie weltoffene Urbanität.

Lleida ist schon wegen seiner mittelalterlichen Kathedrale sehenswert, daneben sind weitere historische Gebäude und interessante Museen zu finden. Im Jahre 2000 erklärte die UNESCO die archäologischen Fundstätten in Taragona, dem römischen Tarraco, zum Weltkulturerbe. Das örtliche Museum beherbergt eine Reihe einmaliger Stücke, darunter ein in Mosaik ausgeführtes Medusenhaupt. Auch in Gerona ist die Kathedrale ein Muss für Besucher, berühmt ist besonders der mittelalterliche "Schöpfungsteppich".

Mit einer Küstenlinie von 220 km bietet Katalonien jede Menge Strände. Vor allem die bekannte Costa Brava (die "Wilde Küste", wegen ihrer zerklüfteten Felsklippen) zieht jedes Jahr Abertausende von  sonnenhungrigen Sommerfrischlern aus Mittel- und Nordeuropa an. Das Angebot reicht von Hotels aller Preisklassen über Pensionen bis zu Campingplätzen. Wer seinen Camping-Urlaub mit seinem Nachwuchs antritt, sollte daran denken, dass Kinder gerne ihre Lieblingspielzeuge mit in die Ferien nehmen. Kaum etwas eignet sich hierzu besser als die beliebten Spielzeugtruhen. Neben der Costa Brava gehören auch die Costa del Maresme, die Costa del Garraf und die Costa Daurada (Costa Dorada oder  "Goldene Küste" auf Spanisch) zu Katalonien. 



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